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Die Gürtelschnalle

23. Juni 2008

High HeelsFrüher habe ich nie High Heels getragen, und zwar sozusagen aus Prinzip nicht. Ich wollte nämlich diese Anstrengung nicht. Man kann einfach in den Dingern nicht richtig laufen. Und die ganzen Männer, die so begeistert von hochhackigen Schuhen sind, sollten einfach einmal versuchen, damit auch nur 100 m zu gehen. Dann wären sie schnell kuriert, denn das ist wirklich anstrengend.

High Heels Veränderung einfach den gesamten Gang. Das Gehen ist damit keine Selbstverständlichkeit mehr, die man völlig unbewusst und ganz natürlich absolviert, sondern es ist eine richtige Mühe. Man muss sich auf jeden Schritt konzentrieren und immer darauf achten, das man nur ja nicht umgeknickt. Dadurch wird das Gehen auf einmal zur richtigen Kunst.

Ich gebe zu hohe, spitze Absätze haben einfach etwas. Sie sehen geil aus. Insofern kann ich die Vorliebe der Männer für High Heels durchaus nachvollziehen. Da ich mich selbst aber ohnehin nicht sehen kann und keine Lust habe, in hochhackigen Schuhen daher zu stolpern, schaue ich mir die High Heels lieber auf Bildern von anderen Frauen an, als sie selbst zu tragen.

Jedenfalls war das bis vor kurzem so. Ich war schon mit einigen Männern zusammen, und sie waren eigentlich alle ohne Ausnahme von High Heels überaus begeistert. Die meisten dieser Männer haben es auch immer versucht, mich dazu zu überreden, doch einmal hochhackige Schuhe zu tragen, mit den verschiedensten Tricks. Aber ich habe mich immer standhaft geweigert.

Highheels zertrampelnDann hat mir mein momentaner Freund allerdings vor vier Wochen zum Geburtstag ein Paar High Heels geschenkt. Auf diese Idee sind die anderen vorher nicht gekommen. Und diese High Heels, die mein Freund mir zum Geburtstag geschenkt hat, das sind nicht einfach nur Schuhe, das sind richtige Geräte! Es sind eigentlich nur Sandaletten, mit einem schicken Lederriemen um den Fuß unmittelbar hinter den Zehen, und einem weiteren schicken Lederriemen um die Fußfesseln. Die Sandaletten sind aus schwarzem Leder und mit Nieten besetzt.

Durch die Plateausohlen wirken sie einerseits etwas klobig, andererseits aber sind sie immer noch unheimlich elegant. Dafür sorgt alleine schon der hohe Absatz. Das ist allerdings kein spitzer Absatz, sondern diese High Heels haben einen richtig kräftigen, dicken Absatz, keine Pfennigabsätze.

Ich muss es gestehen – als ich die Schuhe ausgepackt habe, haben sie mir sofort unheimlich gut gefallen. Ich konnte nicht anders, ich musste sie sofort Anprobieren. Zum Glück kannte mein Freund meine Schuhgröße und hatte die richtige gewählt, die Größe 39. Wahrscheinlich hatte er vorher in einem meiner anderen Paar Schuhe nachgesehen, um die Größe herauszufinden.

Zu meinem großen Erstaunen stellte ich fest, dass das gehen in diesen High Heels gar nicht zu kompliziert war, wie ich das befürchtet hatte. Wahrscheinlich lag es mit an den Plateausohlen, dass ich relativ leicht das Gleichgewicht halten konnte. Und dann waren die Absätze ja auch breiter. Jedenfalls tat ich ein paar zögernde Schritte, und siehe da: Ich konnte in diesen Schuhen laufen!

Ich wollte sie gar nicht wieder ausziehen. Und dann sah ich ja auch, wie meinem Freund die Augen übergingen. Er war total begeistert davon, wie meine langen, schlanken Beine in diesen High Heels wirkten. Wir hatten es geplant, an diesem Abend zur Feier meines Geburtstags essen zu gehen. Natürlich schlug er sofort vor, dass ich die Sandaletten zum ausgehen einbehalten sollte.

Zuerst war ich etwas skeptisch; auch wenn ich in der Wohnung damit gut laufen konnte, war es doch noch einmal etwas ganz anderes, mit so hohen Absätzen auf der Straße unterwegs zu sein. Aber mir gefielen die High Heels so gut, dass ich mich schließlich überreden ließ. Natürlich konnte ich zu diesem Schuhen die Satin Leggings mit der seidenen Bluse nicht tragen, die ursprünglich hatte anziehen wollen, zusammen mit flachen Ballerina. Deshalb musste ich mich nicht beeilen, eine andere, passende Kleidung zu finden. Schließlich sollen ja Schule und restliche Kleidung zusammenpassen.

Eilig klapperte ich also auf meinen hohen Absätzen ins Schlafzimmer und stellte mich vor dem Kleiderschrank. Ich probierte diverse Kleider, Röcke und Blusen an, aber nichts wollte mir so richtig gefallen. Und alles, was ich einmal ausprobiert hatte, warf ich achtlos auf den Boden; wir hatten unseren Tisch für 8:00 Uhr bestellt, und es war zu diesem Zeitpunkt schon 20 vor. Da war einfach nicht die Zeit, alles ordentlich wieder aufzuräumen und in den Schrank zu hängen.

Endlich hatte ich einen Rock gefunden, und auch eine Bluse ausgewählt. Nun fehlte nur noch ein Gürtel. Am besten hätte natürlich ein Gürtel aus schwarzem Leder mit Nieten gepasst, aber einen solchen besaß ich leider nicht. Nacheinander nahm ich alle meine Kürzel aus der Schublade, indem ich sie aufbewahren, und probierte sie vor dem großen Spiegel am Kleiderschrank aus.

Zuerst fiel mir ein breiter Ledergürtel mit einer Metallschnalle aus Silber, oder vielmehr einem silberfarbenen Metall, am besten. Doch am Ende verwarf ich ihn wieder zu Gunsten eines anderen Gürtels aus einem bunt gewebten Stoff. Der breite Ledergürtel mit der Schnalle lag auf dem Fußboden. Von draußen rief mein Freund ganz ungeduldig, ich solle mich doch beeilen.

Ich tat auch mein Bestes, allerdings wollte ich das Chaos auf dem Fußboden dann doch ein wenig beseitigen; damit wir nicht nachher, wenn wir ins Bett wollten, über die ganzen Kleider stolpern würden. Auf einmal stand mein Freund in der Tür. “Nun mach schon!”, drängte er ungeduldig.

Ich gab das Aufräumen auf und eilte rasch zur Tür. Da gab es plötzlich ein knirschendes Geräusch. Ich hatte in meiner Eile nicht richtig darauf geachtet, wohin ich trat; und da hatte ich nun mit den Sandaletten, und zwar genauer gesagt mit dem Plateau Sohlen unter den Zehen, die Gürtelschnalle des breiten Ledergürtel erwischt.

Und die Schuhe waren so mächtig, dass ich die Schnalle regelrecht zermalmt hatte. Das Metall war ganz verbogen. Ich war den Tränen nahe, denn ich hatte diesen Gürtel geliebt, aber mein Freund amüsierte sich. Er meinte sogar, es hätte richtig erregend ausgesehen, wie ich kleine, zierliche, schwache Frau mit nur einem einzigen Schritt das mächtige Metall besiegt hätte.

High Heels beim Crushing
“Sagst du das auch, wenn dabei eine Gürtelschnalle von dir zu Bruch geht?”, fragte ich ihn zornig. Wortlos ging er an seine Kommode, zog aus einer Schublade einen Gürtel hervor, der ebenfalls eine metallene Schnalle besaß, und warf ihn mir vor die Füße. Ich hob den Fuß, und in meiner Wut über meine eigene Ungeschicklichkeit und darüber, dass mein Freund sich auch noch über mich lustig machte in meinem Unglück, trat ich diesmal nicht einfach nur so aus Versehen zu, sondern mit voller Wucht und Absicht. So gelang es mir, auch diese Schnalle zu zermalmen.

Ihn machte das so an, dass er mich erst einmal umarmte und in Richtung Bett schob. Als ich darauf fiel, warf er sich über mich. Das ist natürlich wieder einmal typisch Männer – wenn wir Frauen drohen, zu spät zu kommen, weil wir mit unserer Kleidung noch nicht fertig sind, dann ist das nicht richtig und ein Grund zum Nörgeln. Wenn die Männer aber Lust haben, noch ein wenig Erotik zu treiben und deshalb drohen zu spät zu kommen, dann ist das völlig okay. Die Welt ist ungerecht. Aber wahnsinnig schön war es doch; und das Essen nachher auch …

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