In unserer Stadt gibt es einen riesigen Baggersee. Dort kann man an vielen Stellen schwimmen gehen, vor allem kann man aber auch angeln, segeln oder Tretboot fahren. Und genau dazu, zum Tretboot fahren nämlich, haben meine Freundin Carla und ich uns am letzten Wochenende entschieden. Das Wetter war so herrlich, warm und sonnig, da muss man einfach nach draußen an die frische Luft.
Am liebsten wären wir ja schwimmen gegangen, aber dafür war der See doch noch ein bisschen zu kalt; der ist eigentlich erst im Hochsommer einigermaßen erträglich, wenn man sich nicht gerade mit Eisschwimmen abhärten will. Wir hätten uns also höchstens in die Sonne legen können. Und das war uns denn doch den Eintritt am Badestrand nicht wert. Außerdem sind wir beide ausgesprochen aktive Girls und mögen es nicht, einfach nur faul herumzuliegen.
Deshalb tauchten wir also morgens um zehn am Bootsverleih am Baggersee auf und liehen uns ein Tretboot aus. Der Bootsverleiher betrachtete sich skeptisch unsere zwar schicken, aber zugegeben recht unpraktischen Sommer-Sandaletten. “Mit den Schuhen könnt ihr aber kein Tretboot fahren”, meinte er grinsend. Unsicher sahen wir beiden Girls uns an. “Ja, und was sollen wir stattdessen machen?”, fragte Carla.
“Andere Schuhe habt ihr nicht dabei?”, fragte der Mann. Wir schüttelten den Kopf. “Dann bleibt euch nur eines”, erwiderte er achselzuckend, “ihr müsst barfuß ins Tretboot steigen.” Kurz darauf fügte er spöttisch hinzu: “Das trainiert auch ungemein die Fußmuskeln.” Ich war schon kurz davor, das mit dem Tretbootfahren sein zu lassen, aber Carla bestand darauf, dass wir uns durch einen dummen Spruch nicht davon abhalten ließen.
Im Boot mussten wir allerdings sehr schnell feststellen, es waren nicht nur dumme Sprüche gewesen. Mit den hochhackigen Sandaletten konnten wir ebenso wenig Tretboot fahren, wie wir hätten Fahrradfahren können; beides sind durchaus ähnliche sportliche Übungen. Also zogen wir schnell die Schuhe aus und traten dann barfuß sehr kräftig in die Pedale, um voranzukommen.
Nachdem wir ein Stück auf den See hinausgekommen waren, lehnten wir uns zurück und genossen das Schaukeln auf dem Wasser ebenso wie die strahlende Sonne. In der ich dann auf einmal am Ufer etwas aufblitzen sah, und zwar genau in der Höhe des Bootsverleihs. Zuerst konnten wir uns das gar nicht erklären.
Carla war es, die schließlich auf die Idee kam, das sei jemand mit Fernglas, der uns auf dem Boot beobachtete. Das sei also ein Spanner, ein Voyeur. Und der Voyeur musste der Bootsverleiher sein. Zuerst war ich erschrocken, doch dann beschlossen wir, dass wir diesem Voyeur ordentlich was zeigen wollten. Wir knutschten auf dem Boot herum, als ob wir Lesben wären. Und nahmen uns fest vor, dem Bootsverleiher nachher, wenn wir zurück waren, gründlich die Meinung zu sagen.
Doch als wir etwa eine Stunde später wieder am Bootssteg ankamen, kamen wir gar nicht dazu, viel zu sagen und ihn auszuschimpfen, weil er uns als Voyeur mit dem Fernglas beobachtet hatte. Der Typ, der übrigens eigentlich richtig gut aussah, grinste uns schon von weitem breit an. “Mädels, ihr hättet euch gar nicht so anstrengend müssen”, meinte er. “Ich bin nur Fußvoyeur, ich stehe nicht auf Lesben.” Diesen Hinweis begleitete er mit einem eindeutig lüsternen Blick zu unseren nackten Füßen.
Wir hatten nach dem barfuß Treten keine Lust gehabt, die unbequemen Sandaletten wieder anzuziehen, so elegant sie auch waren, und waren barfuß geblieben. “Was ist denn ein Fußvoyeur?”, fragte Carla ihn provozierend und ließ dabei herausfordernd und aufreizend ihre nackten Zehen spielen, von denen er den Blick nicht wenden konnte. “Also darüber möchte ich unbedingt noch mehr hören, über einen solchen Fußvoyeur.”
Ohne die Augen von unseren nackten Füßen zu nehmen, deutete unser Fußvoyeur auf den Eingang zu dem kleinen Häuschen, in dem sich das Büro für den Bootsverleih befand. “Aber doch am besten drinnen bei einem Glas Eistee, oder?”, lachte er. “Ihr müsst die Schuhe auch nicht wieder ausziehen.” “Oder”, fügte er nach einem kurzen Augenblick hinzu, “ich spendiere euch noch eine weitere Fahrt mit dem Tretboot. Barfuß und kostenlos – und dafür darf ich mitfahren.”
Was von beidem wir gemacht haben? Na beides natürlich! Zuerst waren wir noch einmal Tretboot fahren, mit unserem Fußvoyeur diesmal nicht am Ufer per Fernglas, sondern gleich im Boot mit drin. Und dann haben wir uns zu einem Eistee einladen lassen. Was dabei so alles passiert ist, das erzähle ich euch vielleicht ein anderes Mal.




















